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Anreize für Elektroautos: Was geschieht in Europa?

Europa setzt bei der schrittweisen Dekarbonisierung seines Energiesektors große Hoffnungen in Elektroautos. Viele nationale Regierungen fördern den Übergang von fossilen Brennstoffen zu Elektrofahrzeugen durch Anreize mit dem Ziel, die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bis 2035 vollständig einzustellen. Hier ein Überblick über die aktuelle Lage auf dem Kontinent.

Vereinigtes Königreich

Die britische Energieregulierungsbehörde Ofgem erwägt, den Verkauf von Elektrofahrzeugen für Verbraucher attraktiver zu gestalten, indem Autofahrern ermöglicht wird, den in ihren Autobatterien gespeicherten Strom bei Spitzenlastzeiten ins Netz einzuspeisen. Ofgem ist optimistisch, dass bei ausreichender Teilnahme neuer Elektroautofahrer an diesem Programm Einnahmen generiert werden könnten. Dadurch könnte Großbritannien den Bau neuer Kraftwerke vermeiden, da die erzeugte Strommenge der von bis zu zehn Kernkraftwerken entspricht. Derzeit sind in Großbritannien über 535.000 Elektrofahrzeuge, einschließlich Hybridfahrzeuge, unterwegs. Diese Zahl soll bis 2030 auf 14 Millionen ansteigen.

Deutschland

Deutschland hat kürzlich angekündigt, die Subventionen für bereits bestehende Elektrofahrzeuge bis 2025 zu verlängern, obwohl sie ursprünglich im Jahr 2021 auslaufen sollten.
Im Jahr 2020 wurden die Förderprogramme für Elektrofahrzeuge verdoppelt. Es gab einen Bonus von 3.000 € für vollelektrische Fahrzeuge und 2.250 € für Hybridfahrzeuge, zusätzlich eine zehnjährige Steuerbefreiung und reduzierte Mehrwertsteuersätze. Einige europäische Hersteller bieten Käufern einen weiteren Bonus von 3.000 € an. Deutschland ist der größte Markt für Elektrofahrzeuge in Europa: 2019 machten sie rund 1,8 % aller neu zugelassenen Pkw aus – eine Zahl, die Jahr für Jahr steigt. Laut AutoNews verzeichneten Marken wie Smart, Seat, Mini und BMW im vergangenen Jahr deutliche Zuwächse und steigerten den Absatz von Elektrofahrzeugen um 37 %.

Frankreich

Frankreich reiht sich nun in die Liste europäischer Länder ein, die Anreize für Elektrofahrzeuge bieten. So unterstützt die französische Regierung beispielsweise heimische Hersteller wie Renault mit einer Reihe von Fördermaßnahmen, um die Produktion in diesem Sektor anzukurbeln. Verbrauchern gewährt sie zudem Befreiungen von der CO₂-Steuer, Zuschüsse von bis zu 7.000 Euro und eine Abwrackprämie für alte, konventionell angetriebene Fahrzeuge.

Spanien

Auch Spanien hat in größeren Städten die Steuern auf Elektrofahrzeuge gesenkt und bietet gleichzeitig Subventionen von 4.000 bis 5.000 Euro für die Verschrottung alter Fahrzeuge an.

Italien

Nach dem großen Erfolg im Jahr 2020 wurden die staatlichen Förderprogramme für Pkw auch für 2021 bestätigt. Am 15. Oktober wurde eine neue Tranche von 65 Millionen Euro angekündigt, die für den Kauf von Fahrzeugen mit einem CO₂-Ausstoß zwischen 0 und 60 g/km vorgesehen ist. Zusätzlich stehen 10 Millionen Euro für den Kauf von Fahrzeugen mit einem CO₂-Ausstoß zwischen 61 und 135 g/km zur Verfügung, um die Modernisierung des Fahrzeugbestands zu fördern. Der Öko-Bonus, der maximal 6.000 Euro beträgt, kann für Anträge, die zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2021 gestellt werden, bis zum 31. Dezember 2021 reserviert werden. Aufgrund des Infrastrukturdekrets verlängert sich die Reservierungsfrist für Anträge, die zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2021 gestellt werden, auf den 30. Juni 2022.